Second Zombie

Ich hab mir lange überlegt überhaupt irgendwas dazu zu schreiben, aber…. der Hype, der Hype, der Hype ist vorbei.

Oi! Eine wahre Warheit? Oder doch nur mal wieder alte Suppe in alten Dosen?
Ein Artikel in des Spiegels Onlineableger tut mal wieder so als wäre Second Life tot und begraben, weshalb „Second Life“ – Fans sich eine neue Heimat bauen. Dort, wo Partys in den Wolken stattfinden.  Weil nämlich viele Benutzer in SL nur ratlos rumstanden und nix mit ihrem Avatar und der virtuellen Welt anzufangen wussten. Wobei, die haben in New Berlin rumgestanden, wenn denn. Aber, Oh mein Gott! New Berlin ist nur ein klitzekleiner Teil in Second Life. Besonders witzig, als „Laie“ wäre es besonders kompliziert etwas zu bauen und sich in SL zurechtzufinden. Ja nu,  Laber Rhabarber… Wo denn, bitteschön ist es einfach sich zurechtzufinden, wenn man grad eben irgendwo aufgeschlagen ist?

Ja, im Wolkenkuckucksheim, ach nee, das heisst Cloudparty, da wird alles einfacher schöner besser, lalalala…

Irgendwie weiß der Artikel auch nicht so recht was er eigentlich sagen will. Einerseits, ja sicher für Land in SL muß Geld gezahlt werden, andererseits soll auch Geld verdient werden um davon seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.  Das LL Geld möchte, erscheint so ein bisschen böse, das Einwohner mit Dingen, welche auch immer, die in SL erstellt werden, Geld verdienen möchten, dagegen legitim. Irgendwie ist beides legitim, das nennt man Marktwirtschaft? Kapitalismus?

Egal, letztlich geht es in dem Artikel um Jemanden, für den die „SL Blase“ geplatzt ist und der jetzt woanders einen Neuanfang macht. Und da spricht überhaupt nichts dagegen!

Was Einigen sauer aufgestossen ist, sind die mithin herablassend wirkenden Bemerkungen a la manche Straßenzüge in New Berlin erinnern eher an Pjöngjang, SL ist kompliziert,  das, in beinahe jedem DEUTSCHEN Artikel über SL, bis zur Bewußtlosigkeit wiederholte der Hype, der Hype, der Hype ist vorbei und vor allem, das auch in diesem Artikel leicht durchscheinende Vorurteil, dass Benutzer virtueller Welten irgendwie ein bisschen, wie soll ich’s nennen, meschugge sind.

Und allen voran „Spiel“. Das „Jehova“  der virtuellen Welten. Nein, virtuelle Welten sind kein Spiel…obwohl, per Definition, vielleicht doch, aber gut das würde jetzt zu weit führen.

Einerseits kann ich schon verstehen, weshalb sich viele Benutzer oder besser Einwohner auf den Schlips getreten fühlen, aber Hergott noch eins. Das ist doch nun wirklich kein Aufreger der Woche, höchstens vielleicht ein Aufregerleinchen.

Was ich bei der ganzen Aufgeregtheit, die dieser Artikel in der, ich sag mal, deutschen Kulturszene, verursacht hat, wieder ganz merk- oder auch denkwürdig finde, ist, dass zB bei Kuepers  grandioser Aufzählung der Kulturszene in SL im Frühjahr 2013 wieder etwas fehlt.

Ich weiß nicht warum, ob aus Desinteresse, Ignoranz oder Nichtwissen oder…. In der deutschen Kunst/Kulturszene kommen Videos und Filme (vulgo Machinima)  um, in und aus SL überhaupt gar nicht vor.

Wie auch immer, natürlich habe ich auch eine Fotostrecke, aber bei mir sieht New Berlin gar nicht aus wie die Hauptstadt von Nordkorea, komisch….

Und falls mal wieder ein Artikelchen über SL irgendwo erscheint, tief luftholen, bis 10 zählen und alles wird gut 🙂

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20 Antworten zu Second Zombie

  1. Charlie Namiboo schreibt:

    Thumbs up!

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  2. buktombloch schreibt:

    Guten Tag!

    Bedrückend war es für mich hier auch folgenden Satz zu lesen:

    “ … In der deutschen Kunst/Kulturszene kommen Videos und Filme (vulgo Machinima) um, in und aus SL überhaupt gar nicht vor. …“.

    Bedrückend – weil da etliches wahres dran ist.
    Es wird in diesen Bereichen wahrlich sehr viel und sehr erstaunliches geleistet – nicht zuletzt von Natascha selbst!
    Von daher kann ich eine leichte Verbitterung durchaus verstehen.
    Ich würde hier aber nicht sogleich Desinteresse oder Ignoranz unterstellen.
    Die Gründe sind m.E. vielfältig – wobei ich sie natürlich nur aus meiner subjektiven Sicht schildern kann.
    Ich habe den Eindruck, dass gerade die Menschen die sehr gute Satiren, künstlerische Dinge, u.ä. „abliefern“ bislang recht bescheiden und zurückhaltend agierten. Was ich menschlich absolut schätzenswert finde. Andere, die eher „action“ bieten (um es neutral auszudrücken) sind da aber manchmal schon agiler.

    Eine der aktivsten Gruppen sind die „Brennenden Buchstaben“ in SL – da zeigt sich das „Problem“, bzw. die Schwierigkeit schon im Namen … Menschen „des Wortes“.
    Ich denke es ist klar, wie ich es meine.
    Beide Seiten sollten aufeinander zugehen, finde ich. Kooperationen und Synergien begründen.
    Nicht JedeR muss zu einer mimosigen Quasseltasse wie ich werden, oder sich rambomäßig nach vorn drängen – jedoch mit gesundem Selbstbewusstsein höflich aber beharrlich auf sich selbst hinzuweisen – wäre nicht verkehrt.
    Umgekehrt können „Wortaktive“ sicherlich nur begrenzt zusätzliche Kapazitäten abzweigen, um den Bereich Film mehr einzubeziehen – dies aber sollte IMHO ganz sicherlich geschehen!
    MfG
    BukTom Bloch

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    • Natascha Randt schreibt:

      Danke Buk, für deine ausführliche Erläuterung, aber ich bin weder leicht noch sonstwie verbittert. Das ist einfach nur eine Beobachtung, die ich seit Jahren mache, und die ab und an einmal erwähnt werden muß 🙂
      Dabei geht es mir nicht um den Kram den ich mache, sondern eher darum, wie stiefmütterlich das, ich nenne es mal Genre, behandelt wird.

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  3. Pingback: Probier’s mal mit Gemütlichkeit | Charlie's Closeups

  4. kueperpunk schreibt:

    Hallo Natascha,

    ich kann natürlich nur über die Bereiche schreiben, in denen ich mich auskenne. Dass sich da noch einiges mehr tummelt, ist mir durchaus bewusst. Deswegen ist die Zusammenarbeit ja auch so wichtig.

    beste Grüße

    Kueperpunk

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    • Natascha Randt schreibt:

      Danke das du vorbeigekommen bist und deine Sicht dargelegt hast, Kueper. Vielleicht werde ich mal eine längere Abhandlung über das Thema „Deutsch-SL-Machinima-Kultur“
      schreiben 🙂

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      • kueperpunk schreibt:

        Dir ist ja klar, dass dein Posting nun dringend nach einem Programmpunkt Machinima beim kommenden FdL 2013 schreit! Ich plane dich schon mal ein.

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      • Natascha Randt schreibt:

        Ääähm äääh…wus?

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      • kueperpunk schreibt:

        Das bedeutet, du machst einen Programmpunkt „Machinima“ beim Festival der Liebe 2013. Ist doch ne gute Idee, oder?

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      • Natascha Randt schreibt:

        Ob das mal wirklich eine so gute Idee ist…wir werden sehen 🙂

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      • buktombloch schreibt:

        … ja, Kuepers Idee ist natürlich absolut gut, finde ich. Da sollten mindestens ein, zwei interessante Machinima – Veranstaltungen integriert werden.
        Filmvorführung, Studiobesichtigung, „Live – Filmung“, usw., o.ä.!
        Wäre eine tolle Sache, käme dann in den Vorankündigungen, während des FdL und in der Nachberichterstattung sehr gut zum Tragen, das Thema.
        Hoffe sehr, dass Natascha als deutschsprachiger Profi da einsteigt.
        MfG
        BukTom

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  5. Maddy Gynoid schreibt:

    „Und falls mal wieder ein Artikelchen über SL irgendwo erscheint, tief luftholen, bis 10 zählen und alles wird gut :)“
    Nö, ich finds viel befriedigender mit dem Finger auf die Halbwissenden zu zeigen und zu meckern. So wie du hier auch…also wenigstens ein bisschen…
    Hat doch Spaß gemacht, oder? 😉

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  6. buktombloch schreibt:

    Guten Tag,
    freut mich, dass dies hier bislang einen so konstruktiven Verlauf nimmt.
    In meinem Kopf rumoren seltsame Dinge …
    Ja, gut – das ist jetzt noch nix besonderes …
    Wort und Film und Bild und Wort und Film …
    Ich habe da doch „LyrikWalk“.
    Da steht z.B. die Ethik auf der Kippe. Also als 3D – Wort.
    Und nicht über 7, aber über eine (beschriftete) Brücke kann man gehen.
    Und all` sowas.
    Wenn man da nun noch eine passende Handlung hätte. Oder so.
    Und / oder jemand steht da herum und liest einen kurzen Text.
    Und / oder der läuft als Untertitel mit.
    Solche Dinge.
    Vielleicht könnte man da irgendwie irgendwas machen …
    MfG
    BukTom Bloch

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  7. buktombloch schreibt:

    … ich bin ein blutiger Dilettant – zumal im Vergleich zu Anderen. Mit den Initialen N.R. z.B.
    Nein aber im Ernst – es war ja gerade eine Idee, die in Richtung stärkerer Kooperation – Wort Film gehen sollte.
    Bei Interesse.

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    • Natascha Randt schreibt:

      Hab ich schon verstanden Buk:) Aber irgendwann habe ich auch mal angefangen und das Ergebnis, nuja, aus heutiger Sicht nicht sooo doll. Hat aber sowas von Spaß gemacht, mit all den Leuten zu drehen.
      Und zum Thema Wort und Film, nun, das machen Karima und ich schon seit über einem Jahr 🙂 Von daher auch unsere Spitznamen Vocalizer (Karima) und Visualizer (Ich). Aber es spricht nichts dagegen, auch mal etwas auf deutsch zu machen 🙂

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  8. Burkhard Tomm-Bub schreibt:

    … Wort und Film. Gibt`s schon. Auf Englisch. Ja, gut … als alter und relativ verbrauchter Mann strengt mich Englisch ja immer ein wenig an …
    Aber! Da es der Wahrheitsfindung dient und so und alles!
    Hättest Du da ein, zwei besonders interessante Links für mich, evtl. ?
    MfG
    BTB

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