Performen

Wat?
p-e-r-f-o-r-m-e-n.
Seit 2004 steht dieses schwache Verb im Duden. Es ist schwach. Fast beinahe schon Schwachsinn.  Wie der Duden selbst. Mehdornsprech. Dem Faß die Krone ins Gesicht schlägt aber die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau mit: „Merry Birthday“. Die Schlaulis, die das verzapft haben, denken sich wahrscheinlich noch, daß das ein wunderschönes Wortspiel ist.

Da die auch auf Facebook eine Seite haben, darf natürlich eine unsinnige Durchkoppelung nicht fehlen: „Weihnachts-Aktion“.  Sieht total wichtig aus, oder?

Zurück zum performen. Es reicht in den allermeisten Fällen doch tatsächlich ein einfaches aufführen oder vorführen oder gar vortragen.  Außer natürlich, man will „hip“ sein. Leider ist aber Hip der Bruder von Hop und Hip Hop macht…

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2 Antworten zu Performen

  1. Burkhard Tomm-Bub schreibt:

    … uhh, yeah!!
    Klar „performen“ ist ein dusseliger Anglizismus.
    Aber das mit dem “Merry Birthday” schlägt wirklich alles.
    The Bachelor (hier: Johann Tetzel, B.A.) hätte seine Freude an solch` coolen Marketingstrategien gehabt!
    Ich stimme ja nur relativ bedingt ins allgemeine Religionsbashing ein – ins Kirchenbashing aber schon deutlich lieber.
    Wenn die Kirche wichtige Inhalte und Attitüden zu vermitteln hat – sind diese eben gerade KEINE Ware, kein content im sonst üblichen Sinne.
    Sonst bekommen wir demnächst auch „Ethik 2.0“ und „Nächstenliebe 3.1“ auf den Weihnachtsteller performed.
    Relaunched weil die basic – Versionen „sowas von erstes Jahrhundert“ sind.
    Liebe owner und content – manager bei Kirche Inc.: nix kapiert, kann ich da nur sagen.
    MfG
    BukTom Bloch
    P.S.:
    Hallo, ev. Kirche! Eine von Euren First-Level-Supporterinnen (vulgo Pastorin) ist Weihnachten 2011 im occupy – Frankfurt – Camp bei occupy gewesen, zwecks Solidarität. DAS nenne ich „performen“!

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  2. Natascha Randt schreibt:

    Danke für deinen Kommentar Buk:) Ich will ja gar Niemanden prügeln aber Blödsinn ist Blödsinn, auch wenn es die Ev. Kirche ist. Außerdem befindet sie sich ja in guter Gesellschaft. Nicht nur Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, auch unser aller Finanzminister Wolfgang Schäuble ist in der engeren Wahl zum Sprachpanscher des Jahres: „There will be no Staatsbankrott“ und noch so einiges mehr.

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