Der Dunstschleier

Oder durch Qualm oder Dunst etwas verschleiern, oder ganz kurz „Haze“. Haze oder to haze ist nicht nur ein englisches Wort, nein, es hat auch eine Menge Bedeutungen, oder besser, kann unterschiedliches Bedeuten.

Was mich zu einem kurzen Exkurs in die NATO-Codenamen führt. Die US-Luftwaffe führte im Jahr 1955 ein Bezeichnungssystem mit Codenamen für sowjetische Flugzeuge ein, das das alte Nummerierungssystem ablösen sollte. Dieses System wurde später in allen NATO Staaten übernommen und dann auch gleich für Waffensysteme und Fahrzeuge aller Art.
Der Clou ist, dass sich solche Namen besser merken lassen als Zahlen.
Für die Auswahl solcherlei Codenamen gibt es bestimmte Regeln, die Erste und wichtigste ist, der erste Buchstabe des Namens bezeichnet auch gleich die Bauart oder den Einsatzzweck. In englisch, natürlich.
Es gibt noch mehr Regeln wie ein- oder mehrsilbige Namen, aber das führt mir hier zu weit. Wichtig ist das zB
Bomber Namen haben die mit einem B beginnen, Jagdflugzeuge mit einem F (für Fighter) und Hubschrauber, ja genau! Mit einem H. Oft wurde versucht, verharmlosende oder verächtliche Namen zu wählen, wie etwa „Froschfuß“ für die Su-25.

Manchmal allerdings hat es schon etwas von Poesie, einem Hubschrauber den Codenamen „Dunstschleier“ zu geben.
Womit ich auch schon beim Thema bin 🙂

Mitte der 1960er Jahre sollte in der Sowjetunion ein neuer Hubschrauber zur U-Jagd (U-Boot-Abwehr im Sprachgebrauch der Volksmarine, ASW, Anti Submarine Warfare im englischen und NATO Sprachgebrauch) entwickelt werden.
Aus der fabelhaften Acht enstand dann schließlich der Mi-14, ein amphibischer Hubschrauber, der zwar noch die Abmessungen der Mi-8 hat, aber völlig anders aussieht und andere Eigenschaften besitzt.

Vor allem das einziehbare Fahrwerk. die fensterlose Nase, der bootsähnliche Rumpf und die Fähigkeit auf dem Wasser zu landen und auch wieder zu starten, erinnern kaum noch daran, welcher Hubschrauber für den Mi-14 Pate stand.
Wie fast alle sowjetisch/russischen Entwicklungen, so ist auch der Dunstschleier ein Mehrzweckhubschrauber. Neben den Versionen zu U-Jagd, die entweder ein Torpedo oder acht Wasserbomben in internen Behältern und einen Magnetanomaliedetektor am Heck mitführen, gibt es Versionen für den zivilen Einsatz, für Such- und Rettungsmissionen (SAR) und für die Brandbekämpfung.

Produziert wurden insgesamt 230 Einheiten, die in Bulgarien, Polen, der DDR, gaaaanz kurz auch BRD, Libyen, der Ukraine, Syrien, Georgien und Russland, im Einsatz waren oder noch sind.

In SL ist der Dunstschleier, wie auch der Mi-8, bei Amok Dynamics erschienen, natürlich Mesh.
Die U-Jagd Version mit funktionierendem Magnetanomaliedetektor (im Moment nur auf Undine, dafür liegen da Übungsziele im Wasser), Torpedos und Wasserbomben, sowie die SAR und zivilen Versionen.
Die einzelnen Bemalungen verschiedener Marinen usw. lassen sich per Menü einstellen, statt Vice ist das neue MCE integriert. Für die Steuerung des Hubschraubers kann man zwischen Basic, Keyboard und Dings wählen. Nicht nur nachdem Einsteigen, sondern auch über das HUD. Mir gefällt die Tastatursteuerung am besten.

So. Nach soviel Text wird es Zeit für Bilder, bewegte Bilder 🙂

Ist der nicht klasse?

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