Das Schnabeltier aus Nowosibirsk

In Nowosibirsk, bekanntlich die drittgrößte Stadt Russlands, ist das W.P. Tschkalow-Flugzeugwerk beheimatet, eine Tochtergesellschaft der Sukhoi Holding. Benannt wurde das Werk nach Waleri Pawlowitsch Tschkalow, einem sowjetischen Piloten, der im Jahr 1937 einen Dauerflugweltrekord aufstellte. Mit einer Tupolev ANT-25, die interessanterweise von Pavel Sukhoi entworfen und konstruiert worden war, flog Tschkalow in 63 Stunden die 8.811 Kilometer von Moskau über den Nordpol bis nach Vancouver, im Staate Washington, USA.
Soviel mal als Vorwort und zu Nowosibirsk, einer faszinierenden Stadt, über die es eigentlich viel viel mehr zu berichten gibt.
Nun, bevor es ans Eingemachte geht, noch etwas zum Fullback. Das ist ebenso lustig wie unverständlich, denn der Fullback ist ein Typ des Runningback, der andere Typ heisst Halfback, früher auch Tailback geheissen. (Wahrscheinlich heißt der deshalb nicht mehr so, weil nicht pc. Schwanzrücken, also ehrlich, wer will, bei der unverständlichsten aller Testosteronsportarten, dem American Football, Schwanzrücken heißen?)
Ich gestehe, Tailback bedeutet eher sowas wie Rückstau, aber wörtlich übersetzen ist manchmal echt lustig.

Zurück zu den Schnabeltieren. Was auch immer diese Running-, Full-, und Halfbacks machen müssen ist mir völlig egal. Das Wichtige ist aber, sie spielen im Angriff und versuchen den Ball, also dieses eierförmige Dings das US-Amerikaner für einen Ball halten, nach vorne zudingsen.

Und wann kommen die Schnabeltiere? Na jetzt.
Schnabeltiere (engl. Platypus) sind eierlegende Säugetiere und wohnen in Australien. Sie haben eine Art Entenschnabel, Schwimmhäute zwischen den Zehen, einen plattgedrückten Schwanz und der Körper ist mit braunem Fell bedeckt. Es gibt noch so einiges was das Schnabeltier zu etwas besonderem macht, aber hier geht es allein um das Aussehen.

Denn der zweisitzige Jagdbomber Sukhoi Su-34, Nato-Codename: Fullback, gemahnt sehr stark an ein Schnabeltier, woraus auch der russische Spitzname утконос resultiert.
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Ich finde den schon mal irgendwie grottenhässlich, aber weil es zwischen Weihnachten und Neujahr 50% Nachlass auf alles ausser Dings gab, bei Amok Dynamics und die Su-34 weit und breit das einzige russische Flugzeug war, das noch nicht in meinem Inventar heimisch geworden ist, musste ich einfach zuschlagen. Und ein paar kamen noch dazu, unter anderen die F/A-18 Hornet. Doch davon ein andermal.
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Die Su-34 wurde entwickelt, um den Jagdbomber Su-24, sowie den Mittelstreckenbomber Tu-22M auf lange Sicht zu ersetzen. Aufbauend auf dem Erfolgsmodell des Luftüberlegenheitsjägers Su-27. Kurz hinter dem Cockpit wurde der Rumpf einfach, naja, abgesägt (nicht wirklich, aber so ähnlich) und ein neukonstruiertes, breiteres Cockpit angesetzt. Statt als Tandem sitzen Pilot und Navigator nun nebeneinander. Der Einstieg befindet sich im vorderen Fahrwerkschacht.
Die Größe des 1,5 Tonnen schweren, titangepanzerten Cockpits erlaubt es den Piloten aufzustehen und sich die Beine „zu vertreten“. Dazu gibt es eine Toilette, eine Miniküche und da die Kabine über Druckbelüftung verfügt, kann die Besatzung auf Sauerstoffmasken verzichten.
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Insgesamt verfügt die Su-34 über 12 Aussenlaststationen, die jede Menge großes BADABUM aufnehmen können.
Um das Schnabeltier, dessen maximale Einsatzreichweite mit externen Zusatztanks etwa 1.300 km beträgt, für Langstreckenflüge tauglich zu machen, wurde, wie bei der Su-27K, ein Luftbetankungssystem eingebaut.

Nach soviel Text erstmal ein Video 🙂

Ziemlich kurz, ja, aber ich komme zu nix im Moment. Die Su-34 von Amok Dynamics ist mittlwerweile auf MCE „geupdatet“ worden und kommt in zwei Anstrichen daher, die bekannte blaue Marineversion und der schwarzblauen Luftwaffenversion. Leider fehlt die Einstiegsleiter, die bei der alten Version dabei war, Grml. Dafür gibt es das neue Flugverhalten, wählbare Waffenzuladungen und das neue HUD. Achja, die komplette russische Fliegerkombi ist auch dabei.

Zum Abschluß noch ein paar „gegimpte“ Bilder. Diesmal habe ich mich an „Orton effekt“, sowie „Sharp Blur“, „Fix Overblown“, G’MIC (Testing – Ian Fergusson-Luminance_NR) und virtualPhotographer versucht, um dem Schnabeltier das gewisse Etwas zu verleihen.
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Btw, ich hab da nur rein zufällig in der Gegend rumgestanden 😛

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