Dunkelste Stunden in Neuschwabenland

BB E-Book Event 2014, das sechste Kapitel. Sozusagen.
Heute gab es wieder ein Doppel, bzw. sogar einen Dreier. Leider konnte ich mir nur die beiden ersten Lesungen geben. Und die hatten es nicht nur in sich, gegensätzlicher geht schon kaum noch.

Aber mal von Anfang an. Neuschwabenland. Was dasn? Ganz einfach ein Gebiet in der Antarktis, so geheissen nach einem deutschen Schiff, der Schwabenland. Mit diesem Schiff wurde die Deutsche Antarktische Expedition 1938/39 durchgeführt. Von der Deutschen Lufthansa zum Katapultschiff (im allerweitesten Sinne also eine Art Flugzeugträger) umgebaut, hatte die Schwabenland 2 Flugboote and Bord, die während der Expedition, das später als Neuschwabenland bekannte, Gebiet aus der Luft fotografierten und dabei alle 20 oder 25 Kilometer Eisentangen mit der damals üblichen deutschen Flagge abwarfen, um quasi einen Besitzanspruch geltend machen zu können.
Nun gibt es allerlei Verschwörungstheorien, was in besagtem Neuschwabenland seit der Expedition geschehen ist. Nämlich das die Nazis dort eine riesige unterirdische Station gebaut und in die sich irgendwelche Nazigrößen samt Anhang geflüchtet hätten und nun, seit Kriegsende darauf warten mit ihren Ufos, Reichsflugscheiben genannt, die Welt zu erobern, oder irgendsowas.
Völlig durchgeknalltes Zeug also.
Aber.
Der Autor Alex Jahnke hat des Führers Adjutanten Tagebuch gefunden, Neues aus Neuschwabenland, und daraus gelesen. Und es war köstlich!

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Da wimmelt es nur so von skurill witzigen Einträgen wie „Dinosauriereier ausblasen und mit Runen bemalen“, dem „Swingerclub Lebensborn“, dem „Reichsflugscheibengeschwader Waschbär“, „Okkulte Sexpraktiken“ oder manchmal fühlt sich der Adjutant auch einfach nur „unterbiert“. Seit langem schon weilt der Schäferhund des Chefs des Adjutanten schon nicht mehr unter den Lebenden, so das zuerst Robben, dann Pinguine oder auch mal die Nudistin Sigrid in das Hundekostüm steigen muss um…Achja, es gibt auch Dinosaurier, weil… also ich weiss gar nicht warum, wahrscheinlich weil die Erde ja hohl ist unter diesem Neuschwabenland und da eben auch noch n paar Saurier rumrennen können.

Ich kam aus dem Lachen kaum raus und hab bestimmt die Hälfte verpasst. Unbedingt empfehlenswert, zumal Alex Jahnke im Vorwort erstmal erklärt, wie es dazu kam, das die Aldebaraner den Österreicher geschickt haben und welche Auswirkungen Übermittlungsfehler haben können.

Diese Art des Weiterdenkens solcherlei abstruser Theorien wie der des Neuschwabenlandes, nebst dazugehörender, nuja, Esoterik, passt einfach. Punkt.

Das ebenfalls passende Bühnenbild zur Lesung wurde von Barlok Barbosa gebaut und passte auch. Genial sogar! Wie ein Prequel zu Iron Sky, einem der wirklich guten Filme des letzten Jahres.

Und dann ging es, nur einen Teleport entfernt, zur Lesung von Frederic Brake. Dunkelste Stunden.
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Zwei Kurzgeschichten mit einem schönen Twist, wobei die eine, eine Art Science Fiction Endzeitstory, von Kueper und Frederic Brake szenisch vorgetragen wurden. Dann gab es noch eine Geschichte über die Schreibblockade.

Und die letzte Geschichte. Die ging unter die Haut, wie man so sagt.
Frederic Brake erzählt vom Tod des Vaters und hätte genauso vom Tod meiner Mutter erzählen können. Anders, natürlich, aber doch so ähnlich, dass ich mich in so Manchem wiedergefunden habe. Und das war schrecklich. Aber auch gut, irgendwie. Und tröstlich auf eine gewisse Art.

Dieser Abend war ein weiterer Höhepunkt des BB E-Book Events 2014. Wie überhaupt die gesamte Veranstaltung seit Beginn auf hohem Niveau stattfindet. Echt Klasse!

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