Kamerawinkel

sind manchmal heikel.
Zum Beispiel beim Ablichten dieses Microdions.
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Das Microdion M.P.1 ist ein Rundfunkempfänger aus dem Jahr 1921. Entwickelt, gebaut und vertrieben von Horace Hurm, einem französischen Erfinder.
Der gute Horace, dessen Großeltern aus der Nähe von Stuttgart stammten und ob des drohenden Einmarsches der Preußen nach Frankreich flohen, war ein rechter Tausendsassa.
Als Erfinder, also einer der alten Schule, ging er regelmäßig Pleite (da viele Produzenten und Nachahmer seiner Geräte keine Lizenzgebühren zahlten), rappelte sich wieder auf und wendete sich Neuem zu.
Fasziniert von der Technik um die Jahrhundertwende, Hurm lebte von 1880 bis 1958, vor allem der Fotografie und der Kinematographie, war er mit Georges Méliès und Louis Lumiere befreundet.
Hurm spielte Oboe, war seit seiner Kindheit begeisterte Zauberkünstler (mit Auftritten als Zauberkünstler besserte er später sein Einkommen auf), wandte sich eine Zeitlang, ab 1904, der Malerei zu, wurde aber um 1910 herum ein „richtiger“ Erfinder.
Nachdem er einige Spielzeuge erfand, diese aber keinen rechten Erfolg zeitigten, musste er die Fabrik, die er mit seinem Schwager gegründet hatte, nach nur zwei Jahren schliessen.

Seinen ersten großen Erfolg hatte Horace Hurm mit der Erfindung des Ondophones, einer Mischung aus Detektorempfänger (Kristalldetektor, bei dem ein aus Bleiglanz bzw. Galenit bestehender Kristall als Gleichrichtungsbauteil verwendet wurde), und Telefon, das so klein war, dass es bequem in der Westentasche getragen werden konnte.

Mittels Kopfhörer konnte damit die „Radiostation“ auf dem Eiffelturm empfangen werden. Zu dieser Zeit wurden jedoch nur Zeitsignale und der Wetterbericht in Morsezeichen „ausgestrahlt“. Allerdings hatte das Ondophone kein Einstellungsmöglichkeiten, so das jede Radiostation in der näheren Umgebung gehört werden konnte. Je nach Antenne, bzw Verstärkung/Verlängerung der Antenne (zB mittels eines Drahtzauns), war es möglich die Reichweite des Empfängers auf bis zu 120 Meilen zu erhöhen.

Für diese Art drahtloser Empfänger war noch nicht einmal eine Batterie nötig.

Jedenfalls entwickelte Hurm Anfang der 1920er Jahre das Microdion, einen kleinen Rundfunkempfänger, zumächst mit nur einer Röhre. Später dann auch mit zwei und drei Röhren (MP1, MP2, MP3). Das Gerät, mit dem Mittel- und Langwelle empfangen werden konnte, war tatsächlich sehr klein, eben Mirco.

Soviel Mal zu Horace Hurm.

Zurück zu GIMP und GMIC.
Sich selbst beim Bildermachen abzulichten, da kommt es schon auf den Kamerawinkel an:) Sonst gibt es ungewollt interessante Ein- bzw. Aussichten, die vom Eigentlichen, nämlich der Bearbeitung des Bildes mit so allerlei Filtern und Farben, ablenken.

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Nu muß ich aber wieder was tun, etwas mehr Seriöses:)

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8 Antworten zu Kamerawinkel

  1. joeysl schreibt:

    Interessanter Mensch, der Herr Hurm. Im Grunde hat er also das Smartphone erfunden, lange bevor das irgendwer überhaupt für möglich gehalten hätte? Cool!

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  2. Karima Hoisan schreibt:

    Ich liebe, wie das aussieht Nat!

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  3. Spannend und schön… Danke für die Vorstellung des Herrn Hurm, von dem ich bislang noch nichts wußte.

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