Kobrastochka – Airacobra Teil I

„Liebe kleine Kobra“, ist einer der Spitznamen, in diesem Fall eher ein Kosename, den russische Piloten der Bell P-39 Airacobra gegeben hatten.

Die Airacobra, entwickelt von der Bell Aircraft Corporation in Buffalo, New York, war ein Jagdflugzeug, das über ein, für die damalige Zeit, innovatives Design verfügte.

Ncht nur, das die Airacobra ein Bugradfahrwerk (tricycle gear) hatte, was zu dieser Zeit eher ungewöhnlich war, auch der Motor befand sich nicht vor dem Piloten sondern hinter dem Cockpit. Der Propeller wurde mittels einer Welle, die durch das Cockpit führte, ähnlich des Kardantunnels eines Autos,
Airacobra 04
nur umgekehrt, angetrieben.

Einer der wichtigsten Gründe für diese Konfiguration war die monströse 37mm Kanone, die in der Nase P-39 eingebaut wurde. Das Flugzueg wurde um diese Hauptwaffe herum konstruiert. Normalerweise wurden Flugzeuge eher um den Motor herum gebaut, bzw. designed.

Zeigten die Prototypen noch gute Flugleistungen, erging es den Sereinmaschinen schlechter, da nämlich der Turbolader des Allisonmotors gestrichen wurde, Das hatte zur Folge, dass die Kobra über nur noch schlechte Steig- und Flugleistungen in großer Höhe verfügte.

Dazu erwies sich die Kanone beim Einsatz im Pazifik als inadäquat, wegen häufiger Ladehemmungen. Trotz der guten Sicht bei Start und Landungen war die Maschine deshalb bei den us-amerikanischen Piloten äusserst unbliebt, wozu auch der Mittelmotor ein übriges beitrug.

Bemängelt wurde von den Piloten auch das Dach der Pilotenkanzel, das fest verbaut war, was es schwierig machte, in Notsituationen „auszusteigen“. Durch eine der beiden „Autotüren“ konnte der Pilot in die Maschine steigen, Die Türen hatten herunterdrehbare Fenster, ganz wie in einem Auto üblich, jedoch war nur die rechte Tür von Aussen und Innen zu öffnen.

Neben der 37 mm Kanone war die Kobra zudem mit zwei Maschinengewehren, die durch den Propellerkreis schossen, sowie mit zwei Maschinengewehren in den Tragflächen bewaffnet. Diese enorme Feuerkraft hatte allerdings den Nachteil, dass sie das Gewicht des Flugzeugs noch weiter erhöhte und damit die Reichweite verkürzte.

Airacobra 005

Die Briten bestellten 675 Kobras des Modells P-400 (P-39D), nannten sie kurzfristig „Caribou“, aber die britischen Piloten waren ebenso unzufrieden mit den Leistungen wie ihre us-amerikanischen Kollegen. Obwohl statt der 37mm Kanone eine 20mm Hispano-Suiza Kanone verbaut wurde. Bevor sie zur Auslieferung kamen, wurden 200 der Maschinen nach dem Angriff auf Pearl Harbour von der United States Army Air Force requiriert, und etwa 200 weitere Maschinen im Zuge des Leih-und Pachtvertrages an die Sowjetunion geliefert.
Insgesamt erhielt die Sowjetunion 4.719 Airacobras, was ungefähr der Hälfte aller gebauten Kobras (9.588) entspricht.

Airacobra alu_005

Wie etwa 2.000 Kobras nach Russland gelangten, ist ein Abenteuer für sich. Davon, und wie „Natascha“ wieder nach Hause kam (Jedes Flugzeug hat seine eigene, manchmal lustige, manchmal dramatische und manchmal traurige Geschichte), mehr in Teil II, demnächst in diesem Theater.

Vorher aber noch ein Blick auf die fertige Kobra in SL, in bewegten Bildern. Vornehmlich die Sonderlackierungen (Aluminium und Prono (Achtung Insider) ich meinte Mr. Mennen) der Version für Vorbesteller, aber auch einige der russischen Bemalungen:

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2 Antworten zu Kobrastochka – Airacobra Teil I

  1. crazy schreibt:

    mir als Sicherheitsexperten steht da kurz das Herz still,sehe ich diese völlig unprofessionelle Arbeitskleidung der Mechanikerin, wobei,
    Mechaniker/innen müssen neben Fachwissen natürlich auch optisch glänzen 😉

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