Razorback

ist nicht nur die Bezeichnung für verwilderte Hausschweine in den USA, nein, Razorback ist auch ein Spitzname für die fliegende Badewanne, die Aeronca C-2 und deren Nachfolgemodell C-3. Wobei sich Razorback wohl eher nicht auf die verwilderten Schweine bezieht, sondern auf den scharfkantigen Rücken des Rumpfes.

Die C-2 flog zum erstenmal im Jahr 1929 und wurde der Öffentlichkeit im Februar 1930 vorgestellt. Bei einem Preis von 1555 US$ war die C-2 unbedingt dazu gegeignet, dass sich auch Ottonormalverbraucher ein Flugzeug leisten konnte.

Flugzeug, also ein Ding, schwerer als Luft, das den zum Fliegen benötigten Auftrieb mit nicht rotierenden Tragflächen erzeugt. So ungefähr.
Das bot die C-2 natürlich und zu einem sensationell günstigen Preis, der später auf 1245 US$ gesenkt wurde. Darüber hinaus bot sie – Nichts!

Der Pilot saß auf einem ungepolsterten Sperrholzbrett, an Instrumenten waren gerade einmal Höhenmesser, Öltemperatur, Öldruck und Drehzahlmesser vorhanden. Die Bremsen konnten als „Extras“ dazugekauft werden…Nun wird auch Verständlich, weshalb die ab 1933 gebaute Percival Vega Gull der Percival Aircraft Co. mit „The Percival Vega Gull is supplied complete, including compass“ beworben wurde… Das goldene Zeitalter der Luftfahrt…und das meine ich gar nicht ironisch.

Bei den verbesserten Nachfolgemodellen C-3 (1931) und C-3 Master ab 1935 änderte sich am grundlegenden Konzept nicht viel, die C-3 Master hatte zwar insgesamt den gleichen Rumpf wie ihre Vorgängerinnen, jedoch drastisch abgerundet, was sich in besseren Flugeigenschaften bemerkbar machte. Dazu war die Kabine nun komplett zu (Türen auf beiden Seiten, wo vorher nur Löcher waren), allerdings kosteten die Bremsen immer noch extra.

Aeronca C-3 Master

Mit einem Preis von 1895 US$ war die C-3 Master ein Schnäppchen für alle Freizeitfliegerinnen und -flieger, zumal die Ausbildung auf diesem Gerät nur etwa 5 Stunden dauerte. Dazu kamen die ausgezeichneten Segeleigenschaften – nicht umsonst wurden die C-2/C-3 oftmals als Motorsegler bezeichnet. Weil man bei diesem Flugzeug, allen Verbesserungen zum Trotz, immer noch fast beinahe auf dem Bodenblech saß, war durch die Frontscheibe nicht sooo viel zu sehen, aber dafür konnte man sehen, wie weit die Räder noch vom Boden entfernt waren, was Landungen extrem sicher machte. Anders als die C-2 bot die C-3 Platz für einen Passagier.
Eher so relativ, denn zu zweit wird es in der C-3 je nachdem, sehr kuschelig:)

Aeronca C-3 Master_300style

Bis zum Produktionsaus wurden von der C-3 inklusive aller Varianten (zB der in Großbritannien in Lizenz gebauten Aeronca 100 und 300) etwa 430 Stück gebaut. Von der C-2 immerhin (Während der grossen Depression zu Anfang der 1930er Jahre) 164 Stück gebaut und verkauft.

Das Ende der Produktion der C-3 kam nicht deshalb, weil kein Absatzmarkt vorhanden gewesen wäre, sondern weil die Maschinen nicht mehr den Sicherheitsstandards einer Vorgängerbehörde der heutigen FAA entsprach.

Was wenig verwundert, da die Flügel quasi nur an den Rumpf „angesteckt“ waren, statt an einem sogenannten Flügelmittelkasten montiert zu sein und an aussenliegenden dünnen Drahtseilen, die an einem, über der Kabine befestigten, Pylon „aufgehängt“ waren. Der Motor mit seinen 36 Ponies hatte nur Einzel- statt Doppelzündung (wichtige Teile der Zündunganlage müssen doppelt vorhanden sein, um den Motor, wenn eine Zündanlage ausfällt, dennoch starten zu können). Ausserdem war immer noch kein Fahrtmesser vorhanden.

Die C-3 Maschinen durften zwar nicht mehr gebaut werden, aber für die Besitzer dieser Flugzeuge gab es eine „Grandfather“- Klausel (Bestandsschutzregel), so dass sie ihre Flugzeuge weiter fliegen konnten – und können.

Die C-3 Master in SL kommt von Carly bzw. CarolLynn85. Für ein so kleines Flugzeug ist der LandImpact mit 72 gar nicht soo klein:) Dafür gibt es aber viele Details. Die Türen und Radverkleidungen können wahlweise ab- oder angebaut werden, es gibt 85 Lackierungen, der Kabinenboden wahlweise neu oder gebraucht, verschiedene Tönungen für die Scheiben, Propellerfarben, Farbe der „Inneneinrichtung“, all das kann via Menue gesteuert werden.
Ein HUD gibt es auch, aber ich fliege eh meistens ohne und die Steuerung ist wie bei den meisten Flugzeugen in SL ausgelegt.
Besonderheiten sind das Dynamic Turbulence System (habe ich noch nicht ausprobiert) und das „Verwittern“ ([Vetron] Material weathering). Eingeschaltet „verschmutzt“ die C-3, kann aber auch wieder gereinigt werden.
Anders als beim Original in RL sind Bremsen, Fahrtmesser usw vorhanden:)

Die C-3 Master ist Copy/Mod, sodass man die „Extras“ auch entfernen kann…

Zum Abschluß gibt es jetzt noch ein paar bewegte Bilder:)

Blue skies!

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6 Antworten zu Razorback

  1. Atlan Bade schreibt:

    Wie immer ein sehr interessanter und informativer Post mit einem klasse Fliegervideo!

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  2. joeysl schreibt:

    Was Atlan sagt! Sieht schnuckelig aus und 85 Lackierungen und sonstige Mods … wow!

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  3. Jep… super Video! Mir gefällt auch besonders das Sepia-Foto!

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