Concept Car

Konzeptfahrzeuge sind Automobile, die eine Design- oder auch Machbarkeitsstudie einer bestimmten Automarke darstellen und der potenziellen Kundschaft auf Automobilmessen vorgestellt werden. Damit soll die Reaktion der Besucher auf mögliche Änderungen im Design getestet werden.

Zumeist mit viel TamTam und Getöse und Show werden diese Concept Cars der Öffentlichkeit vorgestellt. Jedoch gelangen die Fahrzeuge nur in ganz seltenen Fällen in die Produktion.

Concept Cars fallen nicht gerade vom Himmel und irgendwann muss es doch ein allererstes Konzeptfahrzeug gegeben haben.

Das gab es auch.
Das allererste Concept Car war ein Automobil der US-amerikanischen Firma Buick.
Im Jahr 1938 wurde der Buick Y-Job vorgestellt.

Gegründet von David Dunbar Buick, einem in Schottland geborenen Erfinder, ist die als Buick Auto-Vim and Power Company im Jahr 1899 eingetragene, Buick Motor Company, eine der ältesten Automarken der Welt.
Im Jahr 1904 übernahm William Durant die Firma und gliederte sie später in den 1908 von ihm gegründeten Konzern General Motors ein.

Harley Earl, ein Automobil- bzw. Karosseriedesigner, hatte sich mit dem Entwurf der Karosserie des LaSalle, im Jahr 1927 einen Namen gemacht.
Der LaSalle, war eine Automobilmarke die von Cadillac als im Preissegment zwischen Cadillac und Buick liegend eingeführt und entwickelt wurde. Die Marke Cadillac, benannt nach dem Gründer der Stadt Detroit und späteren Gouveneur Louisianas, Antoine Laumet bekannt als Laumet de La Mothe, Sieur de Cadillac gehörte schon seit dem Jahr 1909 zum General Motors Konzern.

Der Erfolg des LaSalle, dessen Karosserie auf Wirkung statt auf Funktionalität hin designt worden war, veranlasste Alfred P. Sloan, damals GM Konzernchef, die Abteilung Art and Color Section (1937 umbenannt in Styling Division) mit Earl als Leiter zu gründen.

Sloan setzte als Einer der Ersten, wenn nicht der Erste, die geplante Obsoleszenz ein. Dabei ging er nicht den Weg, das Teile eine künstlich verkürzte Lebendauer haben, sondern er veranlasste durch beinahe jährliche Konfigurations- und Designänderungen, dass die Kunden ihre noch voll funktionsfähigen Autos durch die jeweils neuen Modelle ersetzten, um „Up-to-Date“ zu sein. Damit begründete Sloan in einem engeren Sinn die „Wegwerfgesellschaft“. Ein Phänomen, das sich heute sehr leicht an Mobiltelefonen nachvollziehen lässt.

Doch zurück zu Harley Earl und seiner Vision eines „Traumautos“ bzw. Concept Car. Earl wollte damit zeigen, was mit dem Stand der Technik alles möglich ist und wie zukünftige Automobile aussehen könnten.
Da die Autos Mitte und Ende der 1930er Jahre bis auf wenige Ausnahmen, groß und eckig waren, mithin wie Kisten auf vier Rädern Aussahen, schuf Earl ein Fahrzeug, das flach und lang, elegant und abegrundet war, weniger laut als die Fahrzeuge seiner Zeit und mit vielerlei Extras ausgestattet.
Buick Concept 1938

Der Buick Y-Job verzichtete auf die üblichen Trittbretter an den Seiten, hatte elektrische Fensterheber, versenkbare Scheinwerfer, ein elektrisch betriebenes Faltdach, das unter einer Abdeckung verschwand, die Türgriffe waren bündig gearbeitet. Statt der üblichen 16 Zoll Reifen verwendete Earl für diese Zeit absurd schmale 13 Zoll Reifen. Zum erstenmal in der Geschichte hatte ein Auto von General Motors einen horizontal angeordneten Kühlergrill.

Bei einer Länge von etwa 5,30 m war die Karosse des Buick Y-Job 1,89 m breit und nur knapp 1,5 m hoch.
Angetrieben von einem 5,2 Liter Achtzylinder Reihenmotor, der 141 PS auf die Strasse brachte, war der zweitürige/zweisitzige Buick kein Rennpferd. Hatte der Motor doch nur ein, für ein 5,2 Liter Achzylindertriebwerk, niedriges Verdichtungsverhältnis von 6,35:1. Wahnsinn, oder?
Aber Earls Wahnsinn hatte Methode.
Verteilt man nämlich diese geringe Energiemenge auf die vielen Zylinder, erhält man einen ruhigen und glattlaufenden Motor, der fast schon, selbst nach heutigen Verhältnissen, leise zu nennen ist.

Der Buick Y-Job ist DAS Traumauto schlechthin: Elegant, stromlinienförmig, vollgestopft mit innovativen Ideen. Ein zeitloses Automobil mit Stil und Charakter.
Buick Concept 1938
Auch wenn der Wagen nie in Produktion ging, beeinflußte er doch nachaltig das Automobildesign der nächsten zwei Jahrzehnte.
Harley Earl, der erste Designdirektor der Us-amerikanischen Automobilbranche, entwarf nicht nur das allererste Concept Car, er gilt zu dem auch als Erfinder der historischen Panoramascheibe und der Heckflosse.

Die grössten jemals verbauten Heckflossen hatte der 1959er Cadillac Eldorado, während der 1961er Chrysler New Yorker die längsten hatte…Pissing contest… 😉

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4 Antworten zu Concept Car

  1. lapismont schreibt:

    Spannende Infos!

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  2. reini schreibt:

    tjo,dass ist wie bei den Model Shows am Catwalk
    die präsentieren da auch einen Flunder verschiedener Mode Labels,die dann meist erst in abgeänderter,praktischer Form Strassentauglich werden

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