Kabinenroller – Rollermobil

Zurück in die gute alte Zeit. Nun ja, in die alte Zeit.
Damals, als es keine deutsche Nationalhymne gab und stattdessen ab und an ein „Trizonesien-Song“ herhalten musste, während John Lee Hooker „Boogie Chillen’“ einspielte und hierzulande der „Theodor im Fußballtor“ stand.

Genau, wir sind im Jahr 1948, quasi dem Geburtsjahr des Messerschmitt Kabinenrollers.
Fritz M. Fend konstruierte sein erstes Rollermobil, genannt Fend Flitzer. Einen dreirädriger einsitziger PKW. Zunächst noch mit „Holländer“-Antrieb, was bedeutet das der Wagen per Hand durch das Vor- und Zurückbewegen des Lenkhebels angetrieben wurde. Später dann mit unterschiedlichen Motoren von 2,5 PS bis 4,5 PS ausgestattet, erreichte das Gefährt eine Spitzengeschwindigkeit um die 75 km/h.

Die dritte Serie der Fend Flitzer wurde zwischen 1950 und 1951 produziert. Der Kaufpreis betrug knapp 1300 DM für jedes der 154 Fahrzeuge. Die ersten Fend Flitzer hatten noch Fahrradräder, diese wurden aber später gegen Schubkarrenräder ausgetauscht.

Da das Geld fehlte um die Produktionzahlen zu erhöhen, wurde die Firma Fritz Fend, Technischer Fertigungsbetrieb im Jahr 1952 aufgelöst und Fend wandte sich an Willy Messerschmitt. Bedingt durch das Verbot Flugzeuge zu bauen, standen die Produktionshallen der Messerschmitt AG leer. Während der Vertragsverhandlungen stellte sich heraus das Messerschmitt nur bereit war ein zweisitziges Automobil zu bauen.
Schließlich wurde im Jahr 1953 der KR 175 vorgestellt.
Das von Fend weiterentwickelte Auto hatte nun zwei hintereinander angeordnete Sitze. Als Einstieg diente die zur Seite schwenkbare Plexiglashaube. Der Messerschmitt Kabinenroller hatte drei Räder und bedingt durch die Sitzanordnung eine lange und schmale Karosserie, die an eine abgeschnittene Flugzeugkanzel auf Rädern erinnerte. Nicht zuletzt der Plexiglashaube wegen wurde der Kabinenroller auch scherzhaft „Mensch in Aspik“ oder auch „Schneewittchensarg“ geheißen.

Mit einem Hubraum von 175 cm³ brachte der KR 175 immerhin 9 PS auf das angetriebene Hinterrad, was ihm zu einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h verhalf.
Die ersten KR 175 kosteten 2100 DM. Fußschaltung und Rückwärtsgang gab es gegen einen Aufpreis von 400 DM
Im Jahr 1955 erschien das Nachfolgemodell KR 200, stärker motorisiert (10,2 PS). Dazu gab es Ausführungen die einige verchromte Teile besaßen, oder auch eine Innenaustattung aus Schlangenlederimitat. Zudem gab es ein Modell mit einer rollbaren Rhenalonhaube, die das Auto in einen Roadster verwandelte, zudem erschien 1958 eine Cabriovariante sowie der KR 200 Sport, das Einsteigermodell.
Allein im Jahr 1955 wurden 12.000 KR 200 verkauft.

Mit dem Tankinhalt von 12,5 Litern sind etwa, je nach Fahrstil und Gelände, 200 km zu schaffen. Da der Kabinenroller keine Tankanzeige hat, kann es schon mal eng werden. In der Rückwand befindet sich jedoch ein Hebel, mit dem auf Reserve umgeschaltet werden kann, so das der Weg zur nächsten Tanke nicht per pedes unternommen werden muss.

Da Messerschmitt ab dem Jahr 1956 wieder Flugzeuge bauen konnte (Fouga Magister) und eine der Bedingungen für staatliche Fördergelder die Konzentration auf den Flugzeugbau war, wurde die Produktion der Kabinenroller an die, von Fritz Fend und Valentin Knott gegründete Fahrzeug- und Maschinenbau Regensburg abgegeben. Dort wurden ein Nachfolgemodell in geringen Stückzahlen (Tg 500), sowei der KR 200 weiterproduziert.
Aufgrund mangelnder Nachfrage wurde schließlich die Produktion im Jahr 1964 komplett eingestellt.
Insgesamt wurden, Schätzungen zufolge, etwa 10.000 KR 175 und 30.000 KR 200 im Laufe der Jahre hergestellt.

Ich hab es ja nicht so mit Gacha Automaten in SL, aber als ich den Kabinenroller da gesehen habe…
Nun habe ich mehrere im Inventar:) Technisch gesehen sind die jetzt nicht so der Burner. Kein projected lights Scheinwerfer, das Fahrscript haut mich auch nicht um, aber dafür sehen die echt echt aus!
Kabinenroller
Kabinenroller
Kabinenroller

Irgendwie so dieselpunkig:)

Kabinenroller

Ich fahre dann mal ins Wochenende!

Musiktipp des Tages: Boom Boom – John Lee Hooker
Filmtipp zum Wochenende: The Blues Brothers, 1980

„Es sind 106 Meilen bis Chicago. Wir haben einen vollen Tank, eine halbvolle Packung Zigaretten, es ist dunkel und wir tragen Sonnenbrillen – Tritt drauf!“

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Auto, Bilder, Deutsch, Germany, Kultur, Mesh abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Kabinenroller – Rollermobil

  1. reini schreibt:

    was Autos betrifft,kann man sehr wohl von der „guten“alten Zeit sprechen,da hatten die Karossen noch Formen und die Konstrukteure Mut dazu,solche zu entwickeln,heute sieht man außergewöhnliche Gefährte grade mal als Prototypen,was sich auf den Strassen bewegt sind SUV`s und PKW`s die in ihrer optischen Erscheinung vor Langeweile nur so strotzen

    Gefällt 1 Person

Kommentare sind geschlossen.