Tante Nat erklärt die Welt: Tonwertkorrektur mit Gimp

Was ich eigentlich schon immer mal erwähnen wollte, ist, dass die Tonwertkorrektur in der deutschen Version von Gimp unter dem Menüpunkt Farben -> Werte zu finden ist.
Und wozu ist diese Korrektur überhaupt gut?
Für bessere Bilder natürlich:)

Zunächst einmal, was bedeutet der Begriff Tonwert überhaupt?
Als Tonwert wird die Gesamtheit der Stufen zwischen den dunklen und hellen Anteilen eines Bildes bezeichnet. Auf einer Skala von 0 bis 100.
0 ist ganz dunkel und 100 ganz hell.
In der digitalen Bildbearbeitung stellt der Tonwert quasi den Farb-, bzw. Grauwert eines Bildpunktes (Pixels) dar. Natürlich innerhalb des vorgegebenen Spektrums.
Wie etwa des RGB Farbkanals. Bei einer Tiefe von 8 Bit kann ein Pixel einen von 256 Werten annehmen. Da RGB (Rot, Grün und Blau) ja drei Kanäle hat, setzt sich die entsprechende Farbe aus drei Werten zusammen.
Ganz dunkel = 0, 0, 0 (Rot, Grün, Blau nicht vorhanden) = Schwarz und Ganz hell, also Weiß ist dann gleich 255, 255,255. Da die 0 mitgezählt wird, ergeben sich 256 Werte.

So ungefähr jedenfalls. Genaueres weiss die Allwissende Müllhalde.

Wie hilft uns das nun bei unseren Bildern?

Ganze einfach. Viele Bilder sehen zunächst einmal flach und unspannend aus, weil sich viel zuviele Grautöne, statt klarem Weiß oder Schwarz eingeschlichen haben, oder die Gesamtbreite des Tonwertes ist gar nicht ausgefüllt.
Das trifft nicht nur auf Farb-, sondern genauso auch auf Schwarzweißbilder zu.
Im Idealfall sollte ein Bild den ganzen Tonwertbereich ausfüllen, von Schwarz bis Weiß. Wenn Schwarz oder Weiß aber nicht am Anfang bzw. Ende des Tonwertes liegen, dann hat es dort jeweils, bis endlich Schwarz oder eben Weiß auftaucht, nix.

Dargestellt wird der Tonwert (Farbwert in Gimp) mit einem Histogramm.
Was wir gleich sehen werden.

Um zu zeigen, wie man so ein Bild relativ schnell verbessern kann, habe ich mal zwei Holzzeitbilder genommen.
Jaja von damals, als alles aus Holz war, sogar die Gummistiefel.

Einmal einen Holzzeitofen, vulgo Kamin, und einen Holzzeitwall-, bwz. Zaun, aus größeren Knüppeln oder Baumstämmen, mit vorgelagerten Panzersperren, auch aus Holz.

Zunächst mal der Kamin.

Ganz schön schon, aber nichts besonderes. Dabei sieht der in Echt, also in SL, wirklich toll aus.
Frisch ans Werk und die Werte aufgerufen:

Ja, da schau her, es dauert ewig bis die weißen Pixel anfangen. Deshalb beschneiden wir jetzt das Histogramm auf der rechten Seite, will sagen, der kleine weiße Pfeil wird dorthin geschoben, wo die ersten Pixel sichtbar werden:

Hier bis auf 159. Was im Bild nicht rüberkommt, ist, das der Weißbereich wirklich dort anfängt. Dafür war das Histogrammfenster einfach zu klein. Beim nächsten Bild ist es dann größer:)

Nach dem Anwenden der Tonwertkorrektur sieht das Histogramm einem Kamm ähnlich, immer ein Anzeichen dafür, das bei einem Bild eine Tonwertkorrektur vorgenommen wurde.

Was ich bei diesem Bild nicht gemacht habe, ist der Weißabgleich und die Einstellung der Mitten. Wie ein Weißabgleich gemacht wird, darüber später mal mehr.

Mit der Einstellung der Mitten, also dem kleinen grauen Pfeil zwischen dem schwarzen und weißen, erreicht man, dass das Bild dunkler, bzw. heller wird, ohne die Lichter und Schatten zu zerbröseln. Mit diesem Pfeil wird eingestellt, wo sich die Mitte zwischen Schwarz und Weiß befinden soll. Grundsätzlich gilt dabei: Pfeil nach links, das Bild wird heller, Pfeil nach rechts geschoben, das Bild wird dunkler.

Mit ein wenig schärfen sieht der Holzzeitofen schon richtig gut aus:

Wohl an denn mit einem Schwarzweißbild, weil früher war ja nicht nur alles aus Holz, nein alles war auch noch Schwarzweiß:

Auch nicht gerade abendfüllend, denn es fehlt an Schwarz, wie wir sogleich sehen werden:

Dieses kleine Stückchen werden wir jetzt abschneiden, ohne Gnade und ohne Hemmungen, in dem wir den kleinen Pfeil links dorthinschieben, wo der Schwarzbereich anfangen soll:

Schon fertig.
Etwas schärfen und…Tadaaaa! Viel mehr Tiefe und sowas alles:)

Am besten ist es, die Tonwertkorrektur vor der weiteren Verarbeitung durchzuführen und dann gleich alles in einem Rutsch.
Und nicht vergessen die Mitten einzustellen!

Happy Gimping!

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6 Antworten zu Tante Nat erklärt die Welt: Tonwertkorrektur mit Gimp

  1. lapismont schreibt:

    cooler Tipp! Danke, Tantchen Nat!

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  2. joeysl schreibt:

    BOAAAAAH! Danke, Nat! \o/

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  3. atlanbade schreibt:

    Prima Tutorial Tante Nat

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