Kolorier mir – Farbwechsel mit Gimp Teil 1

Heute machen wir mal was in Farbe und Bunt mit Gimp 2.8. Ich mache das, oder habe das gemacht und wer will darf das nachmachen:)

Das wird jetzt eine längere Aktion, aber wenn man einmal begriffen hat, wie das funktioniert, ist das Einfärben von irgendwelchen Sachen mit Gimp kein Ding mehr und, je nach Komplexität des einzufärbenden Objekts, eine Sache von ein paar Minuten.

Wie immer führen viele Wege nach Rom, Prachtstraßen und verschlungene Pfade die man sich ersteinmal mit der Machete freihäckseln muß.

Ein durchaus üblicher Weg ein Objekt einzufärben, geht über das Markieren desselben mit einem Auswahlwerkzeug, Lasso, Rechteck oder dem Pfadwerkzeug.
Das ist auch ziemlich groovy, solange es sich um ein Objekt handelt, das vor einem eintönigen Hintergrund steht. Oder es sich um ein exakt drei-, vier, oder sonsteckiges Ding handelt. Und vor allem um ein Teil, welches Schattierungen nur einer Farbe enthält. Da geht man dann her, macht eine Auswahl drumherum, geht ins Menü Farben, klickt auf das untere Einfärben und sucht sich die gewollte Farbe aus. Fertig.
Bei allem anderen wirds dann schon schwieri- und vor allem langwieriger.

Um den eleganten Weg zu gehen, müssen wir nur ein wenig über Ebenenmodi wissen.
Die Ebene ist ja bekanntlich die Grundlage einer Plattform.
In Gimp und vielen anderen Grafikprogrammen ist das ebenfalls so.
Begonnen wird eigentlich immer mit einer Ebene, die standardmäßig weiß ist und Hintergrund heißt. Darüber kann man nun soviele Ebenen stapeln wie man möchte.

Der Clou an der Sache, eine Ebene kann einen bestimmten Modus haben. In Gimp immer genau einen von 21. Dazu kann die Deckkraft einer Ebene verändert werden. Eine Ebene kann auf vielfältige Weise manipuliert werden.
Das führt jetzt aber zu weit.

Wichtig ist es erst einmal zu wissen, dass es Ebenen gibt und mittels dieser Ebenen Bilder manipuliert werden können.

Das was wir gleich machen werden, wird schon ewig und drei Tage in Prospekten oder Modekatalogen angewendet, denn glaubst du wirklich ein Model hätte sich für das Kleid, das in fünfzehn Farben angeboten wird, fünfzehn mal umgezogen und in dieselbe Pose geworfen? Ja? Ok, dann träum weiter:)

Genug der Vorrede, jetzt gehts ans Eingemachte.
Zwei Beispiele, ein Auto und ein T-Shirt.
Bevor ich es vergesse, diese Art des Einfärbens funktioniert am besten, wenn das einzufärbende Objekt ziemlich hell und glänzend ist. Weil aber T-Shirts eher selten glänzen, tricksen wir dann noch ein wenig.

So, nu aber. Aus diesem Bild:

Soll dieses werden:

Nur die Farbe zu ändern, wäre auch echt zu billig:)

Wenn das Bild in Gimp geladen wurde, erstellt man zuerst eine neue transparente Ebene.
Einfach unten im Ebenendialog auf das Blatt klicken, dann erscheint der nächste Dialog. Neben allerlei Einstellungen kann man dort auch den Namen der Ebene eingeben. Habe ich mir aber gespart. Wichtig ist, dass Transparenz angehakt ist. Standard.

Die neue Ebene sollte jetzt auch die aktive Ebene sein. Das sieht man daran, das sie farblich unterlegt ist. Wenn nicht, einmal auf die Ebene klicken.

Jetzt kommt der Modus:) Oben auf Modus klicken und Farbton auswählen.

Jetzt einfach eine Farbe wählen, den Pinsel und über das Auto malen. So einfach wie das Brezelbacken.
Eine Minute oder so und der Wagen ist umlackiert. Klasse oder?

Der kleine Wermutstropfen: Etwas genauer darf es schon sein, damit nicht auch die Jeans etc mit eingefärbt wird. Dazu dann den Pinsel verkleinern und die Ansicht des Bildes vergrößern und an den Problemstellen halt vorsichtiger drauflosmalen.

Aber es geht auch anders. Nämlich, in dem wir die überschüssige Farbe einfach wegradieren. Mit dem Radiergummi.
Um zu sehen, wo wir drübergemalt haben, einfach mit der rechten Maustaste auf die Ebene klicken und Auswahl aus Alphakanal wählen:

Da ist doch tatsächlich etwas:)
Um das zu beheben, einfach die Ansicht vergrößern, das Radiergummi wählen, diesmal mit einer weichen Pinselspitze und di eFarbe einfach wegradieren.
Geht dabei etwas schief, unten den Unradierer anklicken und die Farbe zurückholen.

Je genauer man vorher eingefärbt hat, desto weniger ist nachzuarbeiten.

Denn jetzt fängt der Spaß erst an. Wem das Orange zu orange ist, kann lustig drauflos färben. Dazu gibt es wieder viele Wege. Einer davon ist, im Menü Farben den Punkt Einfärben zu wählen und an dem oberen Regler solange zu drehen, bis der Karren eine hübsche Farbe hat:

Dazu muß natürlich die obere Ebene aktiv sein.

Und jetzt der Clou:
Auto ist bunt, der Rest soll aber schwarzweiß sein. Ganz einfach. Vorhin haben wir ja schon einmal die Auswahl aus Alphakanal benutzt. Das machen wir jetzt wieder.

Die Auswahl ist zu sehen, juhu! Das Schöne an der Sache ist, Auswahlen funktionieren auf jeder aktiven Ebene, wenn man sie einmal erstellt hat.
So wie die Auswahl jetzt ist umschließt sie nur den Wagen, was bedeutet, solange wir nichts ändern, wird immer nur der Teil des Bildes geändert, der das Auto betrifft. Auch wenn wir die erste Ebene aktivieren.

Die Lösung des problems ist ganz einfach, denn unter dem Menüpunkt Auswahl, gibt es, neben vielen anderen Sachen, die man mit einer Auswahl anstellen kann, auch den Punkt Invertieren. Damit wird die Auswahl umgekehrt, das heißt alles ist jetzt in der Auswahl, bis auf das Auto!
Jetzt kann man verschieden Filter auf die Asuwahl anwenden, oder das Bild einfach Entsättigen:

Tadaaaaaa!

Der Fantasie sind wie immer, beim Arbeiten mit Gimp, keine Grenzen gesetzt.
Statt einer Farbe vielleicht einen Farbverlauf aufs Auto bringen?
Warum nicht)

Das war die Pflicht, in Teil zwei kommt die Kür:)

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