Fairey Gannet – Der Basstölpel

Von allen merk- und denkwürdigen Flugzeugen dieser Welt, ist die Fairey Gannet eines der seltsamsten.

Benannt nach dem Basstölpel (engl. Gannet), einem Meeresvogel, hat die Gannet so einige Besonderheiten aufzubieten.

Fairey Gannet

Zunächst für die U-Boot-Jagd als Hunter Killer konzipiert, wurde die Gannet später zur Luftraumüberwachung und als Plattform für elektronische Gegenmaßnahmen (ECM) eingesetzt.

Ausgestattet mit zwei gegenläufigen Vierblattpropellern und angetrieben von einem Armstrong Siddeley Double Mamba Turboprop Triebwerk, konnte die Gannet etwa 5 Stunden in der Luft bleiben und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 500 km/h.

Die Triebwerke waren nebeneinander angeordnet und konnten mit Kerosin oder Dieselöl betrieben werden. Beim Start wurde zunächst ein Triebwerk angeworfen und das zweite mit der Abluft des ersten gestartet. Während des Fluges war es möglich ein Triebwerk abzuschalten, um den Einsatzradius zu erhöhen, bzw. Treibstoff zu sparen.

Für den Einsatz auf den damaligen Flugzeugträgern war es erforderlich die invertierten Knickflügel des Basstölpels, die mit einer Spannweite von mehr als 16 Metern nicht gerade kurz war, doppelt zu falten, was dem geparkten Flugzeug ein sehr charakteristisches Aussehen verlieh.

Fairey Gannet

Im Jahr 1945 dachte sich die Führung des FAA (Fleet Air Arm of the Royal Air Force), das es doch ganz schön schön wäre, ein nues Flugzeug auf auf den Flugzeugträgern der Royal Navy zu stationieren, welches zur U-Boot Bekämpfung und als Angriffsflugzeug genutzt werden könnte.

Nach dem die Anforderungen fixiert waren, bauten die Firmen Fairey und Blackburn einige Prototypen. Den Zuschlag erhielt die Fairey Type Q vor der Blackburn B-54/B-88.

Der Jungfernflug der Gannet fand schließlich am 19 September 1949, die erste Landung auf einem Flugzeugträger, der HMS Illustrious, am 19. Juni 1950 statt.
Nachdem die Gannet, um den neuen Anforderungen der FAA gerecht zu werden, ein zusätzliches Radar sowie den Platz für ein drittes Crewmitglied erhielt, ging das Flugzeug 1953 in Produktion.

Fairey Gannet

Insgesamt wurden 353 Gannets gebaut (Je nach Quelle 348 oder 353 inkl. der Prototypen), 45 als fliegendes Frühwarnsystem und 308 zur U-Bootbekämpfung.

Neben der Royal Navy waren die Hauptnutzer der Gannet die Australische Marine, die Indonesische Marine und die Westdeutsche Marine, bzw. Marineflieger.

Die Bundesmarine erwarb 1957 15 Gannet AS.4 und eine Gannet T.5 (Trainerversion) für das Marinefliegergeschwader 2 (spaäter MFG 3).

Fairey Gannet MFG3

Eine der Bundesdeutschen Gannets, die UA-115, stürzte am 12. Mai 1966, kurz nachdem Start ab, wobei alle drei Besatzungsmitglieder den Tod fanden.

Am 30. Juni 1966 wurden die letzten Gannets der Bundesmarine ausgemustert und durch die französische Breguet Atlantic ersetzt, während die Basstölpel der Royal Navy noch bis in die 1970er Jahre in Dienst standen.

In Sl gibt es die Fairey Gannet für ganze 10 L$ von CLS Aviation zu erwerben. Vormals kostete die Maschine über 2000, da aber CLS nicht mehr aktiv ist, wurden alle Flugzeuge zunächst für 0, jetzt für 10 L$ auf dem Marketplace angeboten.
Es gibt natürlich keine Updates und auch keinen Support mehr für diese Flugzeuge, aber das ist auch nicht wirklich nötig. Die Flugeigenschaften sind recht einfach, so das auch Anfänger leicht damit zurecht kommen.
Dazu sind diverse Lackierungen enthalten und das ein- oder andere Gimmick.

Blue skies!

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